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Viel Spaß beim Lesen…

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Die folgenden Texte sind unveränderte Beiträge, welche ich (und teilweise Sabine) während meines Aufenthaltes in Ghana 2006 erstellt habe. Sie wurden bis auf das Hinzufügen mancher Fotos nicht verändert und spiegeln deshalb ausschließlich mein Mitteilungsbedürfnis dieses Sommers wider. Der Blog ist aufsteigend sortiert, d.h. der erste Tag ist am Ende der Seite.

Viel Spaß beim Lesen,
Bernhard.

Endlich wieder in Accra

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So, nach einer langen Zeit ohne Internet haben es Cheesy und ich (endlich) wieder nach Accra geschafft und werden uns bis zu unserem Flug morgen Abend dezent ein paar letzte Club-Biere in die Birne kippen. Und jetzt noch ein paar Highlights unserer letzten beiden Wochen:

  • Elefanten sehen von 3 Meter Entfernung noch groesser aus als gedacht – ausserdem sind die Viecher schwarz, das Grau kommt nur vom Schmutz, ehrlich!
  • Elas Bikinioberteil wird jetzt vermutlich von einem Pavian-Affen getragen – und dabei schlemmt er wahrscheinlich noch ihre Kekse.
  • In Ghana darf man nicht stehlen, da man ansonsten oeffentlich geluencht wird. Allerdings ist alles was man findet ein Gottesgeschenk – ich vermute mal Gott hat vor einer Woche jemandem sehr viel Geld, ein Handy und eine Visakarte geschenkt. Ich will auch so einen Gott haben :)
  • Wasserfaelle mitten im Dschungel sind spitze!!!
  • Es gibt doch noch Straende wo man absolut alleine ist – ca. 2km weisser Sandstrand mit 8 Touristen, 4 davon waren wir selbst :)
  • Securityman bedeutet in Ghana das selbe wie Rastaman!
  • Wenn die Kokusmilch fuer einen Pina Collada aus ist, dann geht man doch einfach um die Ecke und holt sich die Kokusnuss selbst – in der dann auch gleich der Cocktail serviert wird.
  • Ich habs endlich geschafft mit einer Buschtrommel in einer einsamen Bucht zu sitzen – und zu spielen.
  • Wenn ein Zug zehn Stunden brauchen sollte um ans Ziel zu kommen, dann sollte man hier in Ghana mindestens das Doppelte der Zeit einplanen.
  • Die Zuege in Ghana sind schoener als die OEBB – sollte das ein Beamter lesen, bitte die Info weitergeben :)
  • Aus einer Flasche Schnapps und einem Infusionsbesteck laesst sich eine super tolle Vorrichtung bauen mit der man im Liegen “kulturell trinken” kann.
  • Sonntag ist absolut tote Hose!

So, jetzt ists genug! Den Rest erfaehrts, wenns mich ab Montag in meiner neuen Wohnung besuchen kommts!

Servus,
Cheesy und Bernhard.

Einfach nur genial

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Ich habe heute Nacht versucht irgendwie im Kopf auszumalen, was ich euch heute schreiben werde, nachdem wir die letzten Tage sooo viel erlebt haben. Aber ich glaube es geht einfach nicht mit ein paar Zeilen und somit wieder nur ein paar Highlights:

  • Polizisten sind sehr human: Als wir zu viert auf der Rueckbank eines “Taxis” sassen, bzw. Ela auf uns lag und wir aufgehalten wurden, fragte der Polizist nur ob Ela eh gut liege und sie solle auf ihre Fuesse aufpassen, die aus dem Fenster hingen.
  • In ein kleines Holzboot passen mehr als 80 Personen und wenn man auf eine Sandbank auffaehrt, dann laesst man einfach ein paar am Ufer entlang laufen, bis der See wieder tief genug ist :)
  • Man zahlt in manchen Unterkuenften fast das doppelte, wenn zwei Maenner in einem Zimmer liegen.
  • Als Weisser wird man nicht ueberall bedient (soviel zu unserem Reisefuehrer, der behauptet es gebe keinen Rassissmus in Ghana)
  • Man kann sich irrsinnig ueber fliessendes Wasser freuen – zumindest wenn man es eine Zeit lang nicht hatte.
  • Von Yeji sind es exakt 4792km nach Wien, zumindest wenn man dem dort aufgestellten Wegweiser glauben darf :)
  • Ein Taxi muss nicht unbedingt einen Airbag haben. Mir reicht mittlerweile eines, bei dem man nicht waehrend der Fahrt das Rad festschrauben muss.
  • Man kann einen 33-sitzigen Bus mitten in der Nacht fuer eine 120km lange Strecke (fuer die man uebrigens 2h braucht) um ca. 27 EUR mieten – zumindest in Salaga :)
  • Wenn man meint, dass man eine gute Bar gefunden habe sollte man zuerst fragen warum jeder in Uniform ist – vielleicht trinkt man grad mitten in einem Gefaengnis ein Bier.

Morgen geht es dann weiter zum Mole National Park wo wir die unbedingt notwendige Safari machen. Freu mich schon recht…

Es geht los!

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So, nachdem gestern Cheela und Esy inkl. Gepaeck zu uns gekommen sind sind wir jetzt komplett und starten morgen um 08:30 unsere Rundreise durch Ghana. Anfangen werden wir mit einer 30h Schifffahrt ueber den Volta-Stausee um von Akosombo im Sueden nach Yeji im Norden zu gelangen. Von dort gehts dann am naechsten Tag weiter nochmal mit einem Boot ueber den See und dann per Trotro nach Tamale. Wenn wir davon genug haben versuchen wir irgendwie in den Mole National Park zu gelangen, der im Nordwesten Ghanas liegt um dort ein paar Naechte zu bleiben. Danach gehts ueber Kumasi und Sekondi Takoradi an die westliche Kueste um noch ein paar Tage am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

Ob wir die Route wirklich so einhalten wissen wir nicht, aber geplant ist’s halt mal so. Leider weiss ich auch nicht, wie oft ich waehrend dessen ins INet komme und daher seid mir ned boes, wenns jetzt mal eine Zeit lang nichts von mir hoerts.

Servus,
Bernhard.

Fufu und andere Dinger

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Heute haben Sabine und ich unseren Strandausflug nach nicht mal einer Stunde abgebrochen, weil uns der Hunger so geplagt hat und die Sonne auch nicht wirklich wollte, dass wir braun werden.
Daher beschlossen wir in eine sog. Chop Bar zu gehen und Fufu zu essen. Fufu ist ein klebriger Brei, der eigentlich nicht so schlecht schmeckt, und dieser wird mit einer Suppe serviert in der er/es schwimmt. Leider haben wir aber nicht ganz verstanden welche Suppe wir dazu bekommen und als wir es serviert haben, wussten wir auch noch nicht was es war. Nur kurz eine Beschreibung: es hat gestunken, es war irgendein Fleisch drinnen und es war rot.

Nach genauerer Betrachtung und einigen Haenden (man isst ja mit der rechten Hand :) kosten, haben wir festgestellt, dass es sich um die ueberdimensionierten Weinbergschnecken handeln muss, welche wir nur vom Markt als lebender kennen.

Naja, jetzt sind wir eine Erfahrung reicher und der Schnapps im Appartement ist leer :)

Time is over…

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… time is over now!!!

Jep, genau – die Zeit am Korle Bu Teaching Hospital ist heute (halb)offiziell zu Ende gegangen. Zwar haetten wir morgen noch einen Tag, aber wie vor zwei Wochen werden wir diesen am Strand verbringen, da die Bestaetigungn – nach seeehr seeehr langer Buerokratie – schon in unseren Zimmern liegen :)

Also dann, viel Spass noch in der Kaelte – fuer uns beginnt jetzt der Urlaub: Drei Wochen in der Naehe des Aequators mit Sonne, Palmen, Strand und Meer (hoffentlich :)

Gruesse,
Bernhard.

PS: Keine Ahnung wie oft ich in dieser Zeit zum Internet komme.

Ein paar Daten…

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Da es heute eingentlich nicht viel zu erzaehlen gibt, ausser dass die Uni meine Bestaetigung fuer die Famulatur verloren hat und ich deshalb morgen nochmal zwei ausgefuellte Formulare abgeben und stempeln/unterschreiben lassen muss, aber dafuer haben wir gestern mit Patrick, einem ghanaischen Medizinstudenten zu Abend gegessen und ein paar nette Dinge erfahren:

  • Ghanaer essen zwar Fufu (was das ist werd ich euch zu Hause erzaehlen), aber sie moegen kein Kartoffelgulasch, das wir extra fuer diesen Anlass gekocht haben
  • Ein Ghanaer muss 10 Jahre als fertiger Arzt arbeiten bis er die Lizenz zum Praktiker bekommt – in Oesterreich wuerd ma glaub ich einen kleinen Mangel an Landaerzten bekommen :)
  • Ein ghanaischer Turnusarzt bekommt nicht nur sofort nach dem Studium einen Job, sondern auch ca. 800 – 1000 USD pro Monat (die Angaben sind von Student zu Student verschieden, also wie in Oesterreich :). Im vergleich mit den Lebenserhaltungskosten doch sehr nett. Hauptsach` die Patienten bekommen nicht mal ein Blutbild, wenn sie sichs nicht leisten koennen.
  • Es gibt Krankenzimmer mit 34 (!!!) Betten. Ich glaub, da verzicht ich in Zukunft auf jede Zusatzversicherung und freu mich ueber ein 6-Betten-Low-Level-Zimmer in Oesterreich.
  • Das Studium in Ghana wird wie bei uns teilweise von den Studenten finanziert: Ghanaer zahlen ca. 200 – 600 USD pro Jahr (depending on income), Auslaender bis zu 10.000 USD (ja, ihr habt richtig gelesen) pro Jahr! Vielleicht sollten wir mal der Gehrer einen Vorschlag machen, die Studiengebuehr fuer nicht Oesterreicher ein wenig anzuheben :)))

So, nach dem ganzen Sarkasmus/der ganzen Ironie/oder was auch immer ihr wollt, der/die/das aber traurigerweise nur Wahrheit beinhaltet wuensche ich euch einen schoenen Abend,

Bernhard.

Lariam und andere Übeltäter

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Heute hat meine letzte Woche in der Gynaekologie begonnen und Christine und ich haben uns in den Kreissaal gestellt. Als wir dann bei einer Sectio (=Kaiserschnitt :) dabei waren, mussten wir beide fast den OP raeumen, weil uns so schwindlig war – aber sicher nicht von der OP, sondern eher von den 5l Wasser, die zumindest ich am Fussmarsch vom Guesthouse zur Station verschwitzt habe – da haben die 0,5l zum Trinken auch nicht mehr viel gebracht.
Also, was schliessen wir daraus: Es ist sauheiss hier!!!

Ansonsten war das Wochenende sehr unspektakulaer:
Am Freitag und Samstag sind je zwei weitere Stundenten (zwei Paerchen – Miriam, wo bist du!!! :) angekommen, die im September dan famulieren und seit heute ganz Ghana unsicher machen. Viel haben wir aber nicht unternommen, denn Sabine und ich haben uns mit aller Kraft gegen die Nebenwirkungen unserer Malaria-Prophylaxe (Lariam) gewehrt und letztendlich sind wir zum Entschluss gelangt, dass die Uebelkeit und alles was sonst noch dazu gehoert einfach mit uns leben muss und wir so weiter machen wie bisher. Mal sehen, ob sich dieses Lariam damit ueberzeugen laesst.

Den Ausflug, welchen Christine, Danila und Babsi dagegen am Samstag gemacht haben (sie waren bei irgendwelchen Wasserfaellen und haben geniale Fotos geschossen) werden wir ev. am Samstag nachholen, bevor Cheese hoffentlich mit unserer Salami, dem Kaese und dem Schwarzbrot auftaucht – ein neues Handy nicht zu vergessen :)

So, eigentlich war’s das schon wieder. Ich koennte zwar jedes Mal auch schreiben wie sehr wir uns ueber die Medico wundern oder auch aergern, aber das wuerde auch fad werden. Allerdings macht man sich so seine Gedanken, wenn man vom “Vertrauensarzt” der Medico zur Behandlung (ein ehem. Famulant hat was fuer seine Malaria gebraucht) die selbst in Kisten der Medico mitgebrachten Medikamente verabreicht bekommt und diese noch dazu verrechnet werden. Liebe Medico, wenn ihr das hier lest – “Hilfsorganisation” ist man nicht nur, damit man was im Lebenslauf stehen hat, man sollte sich auch hin und wieder mal fragen, was mit all dem passiert, was verschickt und verschenkt wird bzw. sollte man sich mal ueberlegen ob vielleicht die selbe Arbeit, Kraft und Energie nicht in einer bestehenden Organisation besser aufgehoben waere (auch wenn sich dies im Lebenslauf nicht ganz so gut macht)! Und vielleicht wuerde es helfen, wenn unsere Unterkunft mal wuesste, dass wir alle von der selben “Organisation” sind…

Tut leid, aber das hat mal raus muessen.

Nachdem ich jetzt berichtet, geschimpft und wieder geschwitzt habe, wuensche ich euch noch was,
Bernhard.

Ariel is super!

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Des hat einfach mal gesagt werden muessen, nachdem wir alle unser Rei (oder schreibt man’s Rai?) entsorgt haben und unser neu erstandenes Ariel hoch preisen – weisse Waesche…

Do you have trousers and shoes?

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Sehr komisch, wenn man mit langer Hose und Sneakers vor einem Medizinstudenten steht und diese Frage hoert. Allerdings musste ich heute feststellen, dass die von unseren netten Medico-Leuten viel zitierte Wurschtigkeit in Sachen anziehen nicht stimmt. Zwar wusste ich dass hier alle Studenten in Anzughose mit Hemd und Krawatte herum laufen, aber dass dies auch von mir verlangt wird, war mir neu. Komisch ist auch noch, dass bei den Maedels das alles total egal ist – die koennten auch im Mini aufkreuzen. Tsts…

Ach ja, ganz vergessen zu erzaehlen: Am Sonntag waren wir bei der Abschlussfeier einer Studentin oder Schuelerin, keine Ahnung denn wir kannten sie nicht :)
Wir wollten am Abend wissen, wo die Musik herkam, die wir hoerten aus wir vom Essen zurueck gingen und als wir um die Ecke in einen Hof sahen waren total viel Leut da und wir wurden sofort angesprochen was wir da machen. Als wir sagten, wir wollten wissen wo die gute Musik herkam, wurden wir sofort aufgeklaert dass dies eben eine Abschlussfeier sei und dass wir rein kommen sollen. Zwar wollten wir uns zuerst gar ned hinsetzen, aber als alle fast beleidigt waren, dass wir das abschlugen, liessen wir uns darauf ein: Wasser wurde zum Trinken gebracht, die Leut wurden uns vorgestellt, uns wurde erklaert was grad so auf der “Buehne” ablaeuft (da gibts auch so komische Spiele, wie bei den Hochzeiten von uns, nur seeeehr viel obszoener – nix mehr mit dem hoch christlichen Land und von wegen kein Sex vor der Ehe, pf!). Ganz extrem habens Sabine und Karin erwischt, die nach einem Klobesuch gleich der Familie (Brother, Sister und Fernseher) vorgestellt wurden :)